via MIT

Über etwas Phantastisches bin ich gerade bei RWW gestolpert. Wenn online und offline Welten immer weiter verschmelzen, “Cross Reality” also zunimmt, dann stellt sein interessantes neues Phänomenen der Interaktion unter Anwesenden dar. Nur, dass die, die als Anwesend angenommen werden müssen, kein “face” haben müssen.

Ein einfaches Beispiel: im Supermarkt bemerken RFID Scanner im Eingangsbereich die Kundenkarte in der Geldbörse, gleichen die ID mit den Kundendaten ab und wenn ich dann an der Käsetheke stehe, überreicht mir der Herr dahinter Gouda in Scheiben und sagt: EInen schönen Tag noch Herr Meier. Und das nur deshalb, weil ich die Kundenkarte mit einem Freund vertauscht habe. Anwesend sind nicht nur Käsemann und ich, sondern Scanner, Terminal und – abwesend anwesend durch die Kundenkarte – der Freund, dem mich, anwesend durch meine Karte in seiner Tasche, mich – zumindest in den Augen das Scanners an der Kinokasse, gerade mit ins Kino nimmt.

Während ich dem Blick des Käseverkäufers heute noch mit Sonnenbrille und Hut, hochgeschlagenem Kragen oder ähnlichem entgehe, ist mein abwesend anwesender Begleiter in Form der Karte für Scanner, Terminal und Käseverkäufer sehr wohl anwesend und so werde ich interaktiv adressierbar, auch wenn ich mich noch so gut verkleide.

Am MIT bastelt man nun an einer Lösung für diese Situationen, sozusagen an Datentarnumhängen. Und die Lösung ist tatsächlich einfach:

a small badge that people can wear to “passively manage dynamic privacy” in environments where potentially sensitive information is streamed across real and virtual worlds

via ReadWriteWeb

Wunderbare Interaktionssequenzen kommen mir da in den Sinn: z.B. kennt mich der Käseverkäufer, sieht aber, dass sich den Knopf gedrückt habe, dass ich also nicht will, dass man mich erkennt. Was macht er dann? Oder: wie beginnt ein Gespräch mir jemandem, der sich der Erkennbarkeit entzieht? Oder, im Falle dass fast alle immer den Knopf drücken, mit jemandem, der sich zeigt?